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Angedacht

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VND es begab sich zu derselbigen zeit
das Jhesus aus Galilea von Nazareth kam
vnd lies sich teuffen von Johanne im Jordan.
Vnd als bald steig er aus dem wasser
vnd sahe dass sich der Himel auffthat.
Vnd den Geist gleich wie ein Taube herab komen auff jn.
Vnd da geschach eine stimme vom Himel
DU BIST MEIN LIEBER SON
AN DEM ICH WOLGEFALLEN HABE.* EUANGELIUM S. MARCUS I. 9-11

 

Der Morgenstern scheint erloschen,
der Glanz des Christfestes vorüber.
So ist es, wenn wir gedankenlos
in unseren Alltag aus den Feiertagen,
aus dem Urlaub zum Jahreswechsel zurückgekehrt sind.
Wenn wir aber die Worte aufnehmen,
die uns in dieser Zeit verkündigt werden,
dann scheint der Glanz der vergangenen Tage fort.
Und wer den Worten genauer nachspürt,
im Gottesdienst, in den Lesungen der Heiligen Schrift,
im Gebet und in der Meditation, der kann etwas finden,
das ganz persönlich in der Beziehung, in dem Gott-gegenüber-Stehen,
für ihren oder seinen christlichen Glauben
eine tiefe, innere Kraft entfalten kann.

Da erleben wir, wie der Herr und Mose
geradezu intim miteinander sprechen;
wie Mose, der zum Herrn spricht:
„Lass mich deine Herrlichkeit sehen!“ 2.Mose 33, 18

Und geht es uns da nicht das eine oder andere Mal genau so,
wenn auch wir diese Sehnsucht haben,
uns in unserem Glauben zu vergewissern.

„Und er“ [der HERR] „sprach:
Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen
und will vor dir kundtun den Namen des HERRN.“ 2. Mose 33, 19a

In seiner Väterlichkeit und seiner Fürsorglichkeit bedeutet Gott Mose,
dass er sein Angesicht eben nicht sehen könnte, weil er sterben würde;
er werde aber seine Güte an ihm vorüberziehen lassen.
Er gibt Mose fürsorglich einen Platz in einer Felsspalte,
hält seine Hand über ihm und bedeutet ihm,
wenn er seine Hand von ihm genommen habe,
dürfe er ihm hinter her sehen.
Mose hat Gott erfahren, hat den Herrn gespürt.
Und wir?

Auch wir sehen, hören, fühlen im Nachhinein,
was der Herr – vielleicht - im Vorübergehen gewirkt hat.
Und wir bleiben in unserer Sehnsucht.
Aber vielleicht muss sein Name genug sein.
Unser Blick – ihm nach – heißt aber zugleich: ER geht uns voraus.

„Von Gott kommt mir ein Freudenschein,
wenn du mich mit den Augen dein
gar freundlich tust anblicken.“
[1] -
Es ist erschienen der HERR, unser Gott, und hat uns in Jesus Christus seine Wahrheit
und seine Liebe in unsere Menschenwelt gegeben.
Und so besingen wir in dieser Zeit mit Lob und Dank diese Liebe,
die in Jesus Christus uns entgegenbringt.
„Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist,
dein Leib und Blut, mich innerlich erquicken.“
[2]
Diese Liebe ist uns vor zweitausend Jahren und jedes Jahr neu geboren.
ER hat sich zu uns begeben.
ER ist bei uns.

Amen.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
Lektor Peter Damm


[1]EG 70 4,1

[2]EG 70 4,2

 

 

* nach der Luther-Bibel von 1534