Caspar David Friedrich: Ein Künstler außer der Reihe als Thema bei „Außer der Reihe“ im Pfarrhaus

Das weite Meer, die schar­fkantigen Felsen, die winzigen Schiffe am Hori­zont und ein so atem­ber­aubendes Panorama, dass es einen unwillkür­lich an die Worte des Psalmisten denken lässt: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Die Darstel­lung der Krei­de­felsen von Caspar David Friedrich gehört wohl zu den bekan­ntesten Gemälden des 1774 in Greif­swald geborenen Malers, dessen Werke vielen Deutschen heute als Inbe­griff der roman­tis­chen Malerei gelten. Auch unseren Pfarrer Matthias Zentner begleitet dieses atmo­sphärische Bild, wiedergegeben in einem Schwarzweiß-Bild­band aus DDR-Zeiten, schon seit vielen Jahrzehnten. Im Rahmen der neuen Veranstal­tungsreihe „Außer der Reihe“ berichtete er vor gut einem Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörern über einige persön­liche Begeg­nungen mit Friedrichs Werken und dessen Lebens- und Glaubensgeschichte. 

Aus einfachen Verhält­nissen stam­mend, von Kind­heit an mit viel Talent, aber auch mit großem Fleiß gesegnet,zog es ihn nach einem Kunst­studium in Kopen­hagen wieder zurück nach Deutsch­land, wo er sich als einer der ersten wirk­lich „freien“ Künstler den Leben­sun­ter­halt ohne einen adeligen Gönner verdi­ente. Sein Schaffen dominierten dabei nicht die majestätis­chen Land­schafts­bilder, für die man ihn heute kennt, sondern detail­re­iche Schwarz-Weiß-Zeich­nungen, soge­nannte „Sepi­ablätter“. Erst viel später arbeitete er sich von diesen Zeich­nungen über Aquarelle zu den Ölgemälden vor, die uns heute so vertraut sind. 

Manche von Friedrichs phan­tastis­chen Land­schaften dienten Walt Disney mehr als ein Jahrhun­dert später als Vorlage für einige der großar­tig­sten Zeichen­trick­welten, die je geschaffen wurden (C. D. Friedrich: Das Eismeer, Wiki­media Commons, gemeinfrei).

Sein Leben war dabei zum einen immer wieder durch Trauer und Tragö­dien, zum anderen aber auch durch einen tiefen Glauben geprägt, der auch in vielen seiner Bilder zum Ausdruck kommt. Im Jahr 1811 durch­wan­dert Friedrich gemeinsam mit einem befre­un­deten Künstler die Wälder des Harzes und findet auch hier – vom Brocken bis zum Regen­stein – zahlre­iche Motive, die er in seine Kunst­werke einfließen lässt. Im Alter von 65 stirbt Caspar David Friedrich als hoch ange­se­hener Maler in Dresden und hinter­lässt ein viele tausend Zeich­nungen und Gemälde umfassendes Lebenswerk, welches Menschen bis heute verza­ubern und berühren kann.

Die Fels­for­ma­tion im Vorder­grund des Gemäldes “Der Watz­mann” von Caspar David Friedrich ist dem Truden­stein unter­halb des Hohnekamms bei Schierke nachemp­funden (C. D. Friedrich: Der Watz­mann, Wiki­media Commons, gemeinfrei).

Auch im Leben von Matthias Zentner gab es immer wieder beson­dere Begeg­nungen mit einzelnen Werken des Künstlers – und auch einige der Zuhörerinnen und Zuhörer konnten darüber berichten, wann in ihrem Leben sie schon einmal ein Bild von „CDF“ berührt hat. Im Anschluss an Vortrag und Austausch gab es noch ein gesel­liges „Mitbring-Abend­brot“ im Chris­ten­lehre-Raum der früheren Pfar­rer­swoh­nung. Für die kommenden Monate sind schon mehrere neue Veranstal­tungen in der Reihe „Außer der Reihe“ geplant.

Header: Auss­chnitt aus Caspar David Friedrich: Die Lebensstufen, Wiki­media Commons, gemeinfrei.