Das weite Meer, die scharfkantigen Felsen, die winzigen Schiffe am Horizont und ein so atemberaubendes Panorama, dass es einen unwillkürlich an die Worte des Psalmisten denken lässt: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Die Darstellung der Kreidefelsen von Caspar David Friedrich gehört wohl zu den bekanntesten Gemälden des 1774 in Greifswald geborenen Malers, dessen Werke vielen Deutschen heute als Inbegriff der romantischen Malerei gelten. Auch unseren Pfarrer Matthias Zentner begleitet dieses atmosphärische Bild, wiedergegeben in einem Schwarzweiß-Bildband aus DDR-Zeiten, schon seit vielen Jahrzehnten. Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Außer der Reihe“ berichtete er vor gut einem Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörern über einige persönliche Begegnungen mit Friedrichs Werken und dessen Lebens- und Glaubensgeschichte.

Aus einfachen Verhältnissen stammend, von Kindheit an mit viel Talent, aber auch mit großem Fleiß gesegnet,zog es ihn nach einem Kunststudium in Kopenhagen wieder zurück nach Deutschland, wo er sich als einer der ersten wirklich „freien“ Künstler den Lebensunterhalt ohne einen adeligen Gönner verdiente. Sein Schaffen dominierten dabei nicht die majestätischen Landschaftsbilder, für die man ihn heute kennt, sondern detailreiche Schwarz-Weiß-Zeichnungen, sogenannte „Sepiablätter“. Erst viel später arbeitete er sich von diesen Zeichnungen über Aquarelle zu den Ölgemälden vor, die uns heute so vertraut sind.

Sein Leben war dabei zum einen immer wieder durch Trauer und Tragödien, zum anderen aber auch durch einen tiefen Glauben geprägt, der auch in vielen seiner Bilder zum Ausdruck kommt. Im Jahr 1811 durchwandert Friedrich gemeinsam mit einem befreundeten Künstler die Wälder des Harzes und findet auch hier – vom Brocken bis zum Regenstein – zahlreiche Motive, die er in seine Kunstwerke einfließen lässt. Im Alter von 65 stirbt Caspar David Friedrich als hoch angesehener Maler in Dresden und hinterlässt ein viele tausend Zeichnungen und Gemälde umfassendes Lebenswerk, welches Menschen bis heute verzaubern und berühren kann.

Auch im Leben von Matthias Zentner gab es immer wieder besondere Begegnungen mit einzelnen Werken des Künstlers – und auch einige der Zuhörerinnen und Zuhörer konnten darüber berichten, wann in ihrem Leben sie schon einmal ein Bild von „CDF“ berührt hat. Im Anschluss an Vortrag und Austausch gab es noch ein geselliges „Mitbring-Abendbrot“ im Christenlehre-Raum der früheren Pfarrerswohnung. Für die kommenden Monate sind schon mehrere neue Veranstaltungen in der Reihe „Außer der Reihe“ geplant.

Header: Ausschnitt aus Caspar David Friedrich: Die Lebensstufen, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
