Klausurtagung in Gernrode widmete sich der Zusammenarbeit im neuen Pfarrverbund

Seit dem 1. Januar 2026 ist unsere Chris­tus­ge­meinde Wernigerode-Schierke eine von sechs Gemeinden im neu gegrün­deten Pfar­rver­bund Wernigerode, dem weit­erhin noch die Neue Evan­ge­lische Gemeinde Wernigerode und die vier Orts­ge­meinden in Minsleben, Silstedt, Reddeber und Deren­burg ange­hören. Das Zusam­men­wirken in diesem Pfar­rver­bund war dann auch ein zentrales Thema der diesjährigen Klausurta­gung unseres Gemein­dekirchen­rats, der – inzwis­chen könnte man schon von einer Tradi­tion sprechen – erneut im gastlichen Gern­röder Cyri­akushaus unmit­telbar neben der beein­druck­enden Kulisse der Stift­skirche St. Cyri­akus stattfand.

In diesem Jahr stand unsere Tagung unter der Frage, wie wir in der Chris­tuskirche – und eben auch im neuen Wernigeröder Pfar­rver­bund – zukün­ftig miteinander Gottes­di­enste feiern wollen. Gemeinsam mit Pfarrer Matthias Zentner, Prädikant Peter Damm, Gemein­de­päd­a­gogin Mirjam Rein­both und Gemein­de­sekretärin Birgit Tanzen widmeten sich die Mitglieder des Gemein­dekirchen­rates ein Woch­enende lang daher nicht nur der Über­ar­beitung der Läute­ord­nung, sondern disku­tierten auch darüber, wie die Besucher­be­grüßung vor dem Gottes­di­enst, das Anschlagen der Lieder, das Einsam­meln der Kollekten und viele andere Elemente eines gelun­genen Gottes­di­en­stes in Zukunft gestaltet werden sollen.

Den meisten Raum nahm dabei die Frage ein, ob sich grundle­gende litur­gische Elemente wie etwa das Votum („Wir feiern diesen Gottes­di­enst im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“) und die Salu­ta­tion zu Beginn des Gottes­di­en­stes oder auch der Kyrie-Gesang an die Gepflo­gen­heiten der anderen Gemeinden im Verbund anpassen lassen. Eine von allen sechs Gemeinden getra­gene „Basis-Liturgie“ würde es schließlich nicht nur den vier Pfar­rerinnen und Pfar­rern erle­ichtern, wech­sel­seitig in allen neun Kirchen des Pfar­rver­bunds zu predigen, sondern es auch für die Gemein­deglieder einfacher machen, einen Gottes­di­enst in einer der anderen Kirchen zu besuchen – schließlich wird zukün­ftig nicht mehr jede Woche in jeder Kirche ein Gottes­di­enst stat­tfinden können. Die Anfänge für dieses Aufeinander-Zugehen, das behutsam und mit viel Rück­sicht auf Gewohntes und Liebge­wonnenes umge­setzt werden soll, konnten an diesem Woch­enende erfol­greich gelegt werden. Nach Pfin­g­sten wird darüber – auch und gerade in den Gottes­di­en­sten – mehr zu hören sein.

Am Samsta­gnach­mittag ergab sich im Rahmen eines Ausflugs ins nahegele­gene Halber­stadt die Möglichkeit für eine kurze Auszeit. Bei einer Führung durch den Domschatz konnten die Rück­seiten der wegen der Fasten­zeit geschlossenen Altäre bewun­dert und einiges über die kunst- und bauhis­torische Geschichte des Doms St. Stephanus und St. Sixtus gelernt werden.

Die Klausurta­gung wurde am Sonntag mit einem gemein­samen Besuch im musikalis­chen Gottes­di­enst der NEG zum Inter­na­tionalen Frauentag in der Liebfrauenkirche beendet. Hier insze­nierten die Cellistin Christina Meißner und die Organ­istin Anne Engel selten gehörte Kompo­si­tionen von Hilde­gard von Bingen, während Pfar­rerin Hannah Clemens das bewegte Leben der Mystik­erin in einer mehrteiligen Predigt beleuchtete.